Die Digitalisierung unserer Welt!

In den letzten 10 Jahren änderte sich die Welt für Konsumenten dramatisch. Es begann mit der Einführung der Compact Disc (CD) und der Digitalisierung von Musik. Später, nach Einführung der Digital Video Disc (DVD), folgten die Filme und jetzt, als die letzte Bastion der anlogen Medien, wird das gedruckte Buch durch das E-Book ersetzt. Der Buchdruck wird nicht verschwinden, aber gedruckte Literatur, besonders Fachliteratur, wird früher oder später durch E-Books ersetzt werden, denn E-Books bieten mehr Komfort (Suche nach Schlüsselwörtern oder der Hintergrundinformation zu Fachwörtern). Besonders für Fachliteratur, deren Inhalte sich in regelmäßigen Abständen ändern und/oder sich nur an einen kleinen Leserkreis wendet, kann das Digitale Buch eine neue Chance sein und dabei helfen neue und einfachere Wege zur Verbreitung zu entwickeln, wie z.B. digitale Subskription.

Was ist die Revolution des digitalen Buches genau?

Niemand kann jetzt genau sagen, “wohin die Reise gehen wird”, aber es ist ein klarer Trend erkennbar. Die Lesegräte für E-Books werden kleiner, leichter und einfacher zu bedienen sein. Dabei wird die Anzeigequalität ständig besser und ist jetzt beinahe so gut wie die eines gedruckten Buches. Unaufhaltsam wird sich die Medienwelt verändern. Verlage werden in den kommenden Jahren ihre marktbeherrschenden Positionen als “Gralshüter” der Literatur verlieren. Verlage, die sich nicht anpassen und eine neue Rolle einnehmen, werden voraussichtlich vom Markt verschwinden.  AMAZON als das größte Internet-Warenhaus zeigt mit seinem Geschäftsmodell die Richtung. AMAZON war der erste internationale Buchhändler, der seine Waren allein über das Internet vertreibt. AMAZON war ein Pionier und übte massiven Druck auf die ortsgebundenen Händler aus. AMAZON war und ist noch immer Teil der Revolution wie heutige Konsumenten Waren über das Internet beziehen. In dieser Situation ist APPLE mit iTunes der große Trendsetter und das Maß aller Dinge.

Was bedeutet das für einen Autor ?

Die gute Nachricht: Jeder kann ein Autor werden!

Die schlechte Nachricht: Die Menge an neuen Inhalten wird den Konsumenten überfordern und so einen “gedankenlosen” Konkurrenzkampf der Vertriebskanäle um die Leserschaft entfachen!

Der Handel wird Stück für Stück in die Marktrolle der Verlage schlüpfen und eine Zwitterfunktion als Vertrieb mit angeschlossen Verlag einnehmen, um die formal rechtlichen Anforderung des Verlagswesen zu erfüllen. Es wird ein Oligopol aus einigen wenigen großen E-Book-Vertriebsplattformen entstehen, die den Autoren und Kunden die Honorare und Preise diktieren. Zur Zeit sieht es für Autoren hinsichtlich Ihres Honoraranteils im E-Book-Bereich deutlich besser aus. Es gibt E-Book-Vertriebsplattformen die Ihren Autoren bis zu 70% vom Netto-Erlös anbieten. Das ist deutlich mehr als die üblichen 8% die ein Autor jetzt für ein analoges Buch erhält. Der zweite große Unterschied ist, dass der Autor mit der E-Book-Vertriebsplattform einen direkten Vertrag abschließt und so nicht mehr auf Verlage als Vertriebspartner angewiesen ist. Das bedeutet die Freiheit aus der Knechtschaft der Verlage, bürdet aber dem einzelnen Autor mehr Eigenverantwortung und Arbeit auf. Diese zwei Faktoren können ein guter Grund sein, auch als E-Book Autor die Zusammenarbeit mit einem Verlag zu suchen.

Das E-Book als Herausforderung für Verlage!

Hier muss man deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Arten von Verlagen machen. Für einen Kunstbuchverlag sieht die Herausforderung durch das E-Book und Internet anders aus als für einen Fachbuchverlag. Beim Kunstbuch kommt es auf die vollwertige Haptik an. Das Format, der Einband und die Aufmachung ist Teil des Produkts und spiegelt die Einzigartigkeit des Inhalts wieder. Meist besteht der Inhalt aus hochwertigen Bildern in bestechender Auflösung und Qualität. All diese Attribute kann ein E-Book-Lesegeräte nicht liefern. Ein E-Book-Lesegerät ist von außen schmucklos und sieht immer gleich aus. Auch den Inhalt eines Kunstbuchs kann es nicht in einer Qualität darstellen wie es für ein Kunstbuch nötig ist. Noch sind die meisten E-Book-Lesegeräte monochrom, verfügen nur über eine Optimierung des Schriftbilds und können Bilder so nur in geringer Auflösung mit Grau-werten darstellen. Auch ein Tablet-PC eignet sich für derart Bücher nur wenig. Diese sind zwar in Farbe können aber auch nicht mit einem noch so preiswerten Buch in Farbdruck mithalten. Der große Nachteil analoger Bücher ist der Mangel an Interaktivität, dort spielen speziell die Millionen Tablet-PC’s Ihre Stärke aus und verbinden Text mit multimedialen Inhalten zu völlig neuen Erlebniswelten. Ein Fachbuch kann durch den Einsatz von Multimedia (Film oder Animation mit Ton und gesprochenem Wort) komplizierte Sachverhalte  besser und einfacher darstellen. Hier liegen für Sachbuchverlage ungeahnte Möglichkeiten ihre Fachinhalte didaktisch aufzuwerten.

 

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